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    Elvis lebt!

    Quelle: Ostsee Zeitung
    vom: 02. Januar 2010
    Mehr Infos zu: Elvis lebt!



    Auferstanden: Elvis rockt im Schweriner Theater

    Die Silvesternacht bescherte dem Staatstheater Schwerin eine umjubelte Premiere: „Elvis lebt" - und heißt Rüdiger Daas.

    Ein anregendes, kompliziertes, aufregendes und erfolgreiches Jahr ging für das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin in der Silvesternacht mit einer umjubelten Premiere zu Ende. Anregend, weil in allen fünf Sparten interessante, bemerkenswerte Inszenierungen geboten wurden. Kompliziert, weil im Großen Haus wieder mal gebaut wurde und die Akteure an ungewöhnlichen Orten wie der Schelfkirche oder in der früheren Staatsbank auftreten mussten. Aufregend, weil die neu installierte Technik Anlaufschwierigkeiten hatte. Erfolgreich, weil trotz aller Widrigkeiten in der Spielzeit 2008/09 rund 200 000 Besucher kamen.

    Als Konzert für Band und Schauspieler wird das neunzigminütige Programm „Elvis lebt" angekündigt, das Schauspieldirektor Peter Dehler und Thomas Möckel, der musikalische Leiter, auf die von Holger Syrbe - auch verantwortlich für die Kostüme - gestaltete Bühne des Großen Hauses brachten. Nach anfänglichem Abwarten, wo das Stück hingehen soll - Mecklenburger denken eben, bevor sie reagieren - waren die Zuschauer voll dabei. Es wurde mitgeklatscht und gesungen. Bei Titeln wie „Blue Suede Shoes", „Heartbreak Hotel" oder „Jailhouse Rock" hätte so mancher gern mitgetanzt. Dafür war auf der Bühne mit Kellymarie Sullivan eine Tänzerin der Ballettcompagnie des Schweriner Theaters zuständig. Mit klassischem Spitzentanz kommentierte sie „Love Me Tender", den Ausdruckstanz zitierte sie bei „ In the Ghetto", fast schon akrobatisch ihre tänzerische Adaption von „Fever". Die kleine Band auf der Bühne - einschließlich Thomas Möckel an den Tasteninstrumenten sieben Musiker - spielt einfach großartig.

    Mit dem Konzert „Elvis lebt" wird auch der letzte Zweifler überzeugt: Die Schauspielerinnen und Schauspieler vom Schweriner Theater können singen - oder so perfekt Sänger spielen, dass man denkt, sie könnten singen? Wie auch immer, was Anna Jamborsky, Jana Kühn, Isa Weiß, Florian Anderer, Klaus Bieligk, unterstützt von dem aus dem Musikensemble ausgeborgten Kay-Gunter Pusch, als Background-Chor leisten, ist fabelhaft und beeindruckt.

    Eine Verneigung vor Elvis Presley, dem King of Rock'n'Roll, der am 8. Januar 75 Jahre alt geworden wäre, ist diese Show des Schweriner Theaters - und nur möglich, weil es in Schwerin einen Elvis gibt. Der heißt Rüdiger Daas, ist vierzig Jahre alt und eigentlich Schauspieler und Choreograph (Jesus Christ Superstar) am Schweriner Theater - aber in dieser Produktion ist er Elvis. Glaubhaft, je nach Song mitreißend oder anrührend, beweglich und mit beneidenswerter Kondition trägt Rüdiger Daas den Abend - fernab aller Glitzeranzug tragenden Elvis-Imitatoren. „If I Can Dream" ist das letzte Lied des Abends, und mit so einer gelungenen Premiere zum Start muss einem um die Träume für das Schweriner Theaterjahr 2010 nicht bange sein.

    von Karin Gustmann

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