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    ... un baben wahnen Engel

    Quelle: Ostsee Zeitung
    vom: 19. November 2009
    Mehr Infos zu: ... un baben wahnen Engel



    Schweriner Engel viel zu platt

    De Plattdütschen maken wedder Kamedi. So hieß es früher, wenn irgendwo eine niederdeutsche Laienspielschar gastierte. Was da meist an „Komödie" geboten wurde, lag wohl auf der Wellenlänge von Jens Exlers Lustspiel „. . . un baben wahnen Engel", das am Dienstag im Schweriner Staatstheater Premiere hatte.

    Feierte, sagt man gern. Es soll nicht verschwiegen werden: Das Publikum im ausverkauften Großen Haus dankte der Fritz-Reuter-Bühne mit lang anhaltendem Beifall, mehreren Vorhängen usw. Das Stück zählt gewiss nicht zu den ambitionierteren des Flensburger Platt-Autors Exler (1914-1987). Etwas Spannung, etwas Verwicklungskomik, etwas Wortwitz - dafür sind die Plattdütschen ja immer empfänglich.

    Die Sache ist fix erzählt: Die alten Schwestern Helene (Gerlind Rosenbusch) und Elvira Engel (Elfie Schrodt sorgte für Szenenapplaus) würden aus ihrer kleinen Dachwohnung gern in die größeren Räume im Parterre ziehen. Der Hauswirt aber vergibt diese laufend an andere Mieter. Und so erfinden die Damen einen Poltergeist. Inzwischen haben sie schon drei Familien vergrault und auch die neu eingezogenen Schlüters denken über Umzug nach. Nun aber zieht ihr Neffe Klaus (Sönke Fahl) als Untermieter bei ihnen ein und trifft hier seine Jugendliebe Karin Schlüter (Arja Sharma) aus dem Parterre. Nichts soll sie wieder trennen, wenn da nicht der verflixte Klopfgeist wäre, der Vater Schlüter (Andreas Auer) auf die Barrikade treibt. Durch Zufall kommt Klaus hinter das Geheimnis seiner Tanten. Er dreht den Spieß um.

    Den Höhepunkt erreicht das Spiel mit dem Spruch „Hier baben wahnen Engel - un de bumsen nich." Alles in allem ein Stück von der Stange, Kamedi eben. Anfrage an Regisseur und Bühnenchef Rolf Petersen: Ist ein Profi-Ensemble mit so was nicht unterfordert?

    Von Gerd Richardt

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